Barrierefreiheit in Frickenhausen?

18. Oktober 2016

Fehlende Barrierefreiheit ist ein ärgerliches Alltagshindernis

SPD-Ortsverein lud zum Ortsrundgang ein

Der SPD-Ortsverein lud vor kurzem Bürgerinnen und Bürger aus der Gesamtgemeinde Frickenhausen zu einer barrierefreien Ortsbegehung in Frickenhausen ein. Ortsvereinsvorsitzender Sebastian Schöneck begrüßte die Anwesenden. Unter den Gästen waren u.a. Bürgermeister Simon Blessing, Gemeinderat Christoph Wohlfahrt von den Freien Wählern, Mitglieder des Ortsverein, eine Vertretung des VdK Ortsvereins Frickenhausen  Annegret Ziegler, der erste Vorsitzende des Seniorenforums Wolfgang Zaiser, ein Vertreter der Behinderten-Förderung Linsenhofen, Otto Fahrion vom 1. FC Frickenhausen der Gruppe „Alte Garde“ sowie eine Betreuerin und Bewohner vom Pflegeheim „Haus Steinach“ die zum Rundgang auch einen leeren Rollstuhl, für Vorführzwecke, mitbrachten.

amtsblatt-bild-1Nicht abgesenkte Randsteine, Treppenanlagen, Gehwege mit starkem Gefälle, unebene Wege und Pflastersteine in der Mittleren Straße schränken die Barrierefreiheit nicht nur bei Personen mit Kinderwägen sondern auch bei Seniorinnen und Senioren mit Rollatoren und Rollstühlen ein. Dies hat der Rundgang in der Ortskernmitte in Frickenhausen gezeigt und es wurde schnell klar wo die Schwachstellen sind. Einer der ersten Gefahrenstellen ist der Gehweg entlang der Hauptstraße zum „Bonus-Markt“. Dort kann es für Menschen, egal ob sie mit einem Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator unterwegs sind, gefährlich werden. Das Gefälle des Gehweges neigt sich zu Straße und erschwerend kommen noch einzelne Stolperfallen wie Löcher sowie Pflastersteine dazu, die das Gehen bzw. Durchkommen dort sehr anstrengend machen.

Eine weitere Gefahrenstelle ist die Situation an der Einmündung bzw. in der Mittleren Straße. Hohes Verkehrsaufkommen, ausgebrochene Pflastersteine und Flickstellen, Blumentröge mit überdimensionierter Bepflanzungen die den Weg schmäler machen, der Zugang in die Kreissparkasse und auch der Fußgängerüberweg an der Ampelanlage sind für Menschen mit Handicaps ebenfalls eine besondere Herausforderung. Gemeinderat Christoph Wohlfahrt ließ es sich dann nicht nehmen den Fußgängerüberweg, sitzend im mitgebrachten „Vorführ-Rollstuhl“, zu überqueren und demonstriere den Anwesenden wie kraftaufwändig eine Überquerung sein kann.

amtsblatt-bild-2Zum Abschluss des Rundganges ging man zum Rathausplatz. Hier wurde nochmals sehr intensiv über die Treppenanlage diskutiert. Viele Anwesende beklagten sich. Um barrierefrei zum Arzt oder in das Schreibwarengeschäft in die Straße „Im Dorf“ kommen zu können, muss man den langen Weg um die Kirche und dann weiter zum Gemeindehaus nehmen. „Hier sind wir mit der evangelischen Kirchengemeinde im Gespräch“, so Bürgermeister Blessing, „ein gemeinsamer Belag für einen barrierefreien Zugang zum Rathaus und dem Weg rund um die Kirche wird angestrebt. Es wird eine große Lösung mit verbesserten Bedingungen geplant und im neuen  „Sanierungsgebiet Ortskernsanierung III“ stehen Sanierungsmittel dafür dann bereit.“

Nachdem sich die Wetterlage zusehends verschlechterte beendete man den Ortsrundgang. Beim Weinfest in der Kelter ließ man den Nachmittag ausklingen und in einer kleinen Runde wurde noch über den einen oder anderen Punkt diskutiert.